Bierdeckelsteuer

05. Mai 2010 von Martin Haase

Die B. ist keine Steuer, die auf die Verwendung von Bierdeckeln erhoben wird, wie der Name nahelegt. Sie ist vielmehr ein Steuerkonzept, das in deutschsprachigen Ländern von gewissen Politikern gern versprochen, aber bisher nicht einmal im Ansatz realisiert wurde. Somit ist die Steuererklärung, die so kurz ist, dass sie auf einen Bierdeckel passt, nicht nur eine Utopie, sondern vor allem auch eine Metonymie, eine Bedeutungsverschiebung also. Und, nur um das Ausmaß des darin verborgenen leeren Versprechens deutlicher zu machen: Die Steuererklärung auf Bierdeckeln einzureichen, dürfte nur möglich sein, wenn solche zuvor zu amtlichen Formularen erhoben würden. Das jedoch wird wohl noch schwieriger zu realisieren sein als die Steuerreform selbst.

Was ist Flattr?

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Weitere sprachlichen Umdeutungen und Neuschöpfungen:

5 Antworten zu “Bierdeckelsteuer”

  1. MeraX sagt:

    War nicht mit dem Konzept der “Bierdeckelsteuer” gemeint, dass das Steuerrecht so kompakt wird, dass es auch einen Bierdeckel passt, also dann kein Steuergesetzbuch mehr gedruckt werden muss, sondern Steuergesetzbierdeckel?

  2. David sagt:

    Alles quatsch. Das Konzept wurde (vor allem von Herrn F.M.) so genannt, weil das einzige, das man morgens vom vorgezogenen und verlängerten Frühstück in die Beratungsrunden mitbrachte, ein zugestrichelter Bierfilz war. ;-)

  3. Simon sagt:

    Zur Bierdeckelsteuer hat Stuttmann eine Karrikatur.

    @MeraX Nach einer ausfürhlichen Internetrecherche (WP und 2 weitere ixquick-Ergebnisse…) würde ich sagen, mahas Erklärung ist richtig(er).

  4. Lemming sagt:

    Gleich eine Tür weiter ist ja das Konzept der Flat-Tax. Die Steuererklärung soll bei der Flat-Tax dadurch vereinfacht werden, dass die Steuerprogression (also einkommensabhängige Steuersätze) durch einen einheitlichen Steuersatz ersetzt wird. Das ist erst recht Augenwischerei, weil die Steuerprogression wirklich noch das einfachste am Steuerrecht ist, und sich der größte Teil der Steuererklärung damit befasst, was als Einkommen zu zählen ist.

  5. [...] Finanzbeamte und Anwälte nicht mehr bräuchte. Jeder könnte seine Steuererklärung auf einem Bierdeckel [...]

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