Geld, frisches

Da Geld, solange es halbwegs trocken gelagert wird, nicht verwelkt, verschimmelt oder verdirbt, kann es sich nur um einen Euphemismus handeln. Gemeint sind natürlich: neue Schulden.

Mit Dank an @tkjdrums.

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Kommentare

15 Reaktionen zu "Geld, frisches"

  1. BruceMangee sagt:

    Einen Gegenwert von Geld in Form von Edelmetallen wurde in den 70ern abgeschafft. Somit ist m.E. alles Geld Schulden. Schulden worauf, konnte mir mein BWL Prof, nicht in wenigen Sätzen erklären. ;)

    Da man sich aber ~ nicht direct von der EZB hohlen kann, bekommt man es nur mit zusätzlichen Zinsen von privaten Banken. Die Frage wäre also für mich als Laie, ob es sich überhaupt noch um das Fiat-Geld der EZB handelt oder schon eher um das virtuell geschaffene Geld eines privaten Bankensystems …

  2. harko sagt:

    Geld ist in seiner derzeitigen Form immer ein Synonym für Schulden. Die Erzeugung von Geld geschieht ausschließlich durch die Vergabe von Krediten und ähnlichen finanziellen Klimmzügen. Praktisch ist so ein Geldschein ein Schuldschein, dessen Einlösung die jeweilige Zentralbank garantiert.
    Redet man von “frischem Geld”, so bezieht sich das “frisch” auf die Zeit der Erzeugung dieses Geldes (also dieser Schulden), nicht auf seinen Gebrauchszustand. Das Wort “frisch” wird in diesem Zusammenhang allgemein als Verkürzung von “gerade eben entstanden” verstanden (siehe z.B. “Frischling” für juveniles Wildschwein).
    Es handelt sich also bei “frischem Geld” um einen korrekt beschriebenen Sachverhalt ohne Beschönigung oder Bedeutungsänderung (“neu erzeugtes Geld”) – zumindest wenn man “Geld” und “Schulden” korrekt als Synonym versteht. Jedem Bankster ist die Existenz der beiden Worte für den selben Sachverhalt klar, für die meisten anderen Menschen haben “Geld” und “Schulden” exakt gegenteilige Bedeutung.
    Keine Ahnung, ob es einen Fachbegriff für korrekt beschreibende Phrasen gibt, deren unterschiedliche Interpretation durch jeweils andere Zielgruppen erwünscht ist oder provoziert wird.

  3. Duderich sagt:

    “Die Frage wäre also für mich als Laie, ob es sich überhaupt noch um das Fiat-Geld der EZB handelt oder schon eher um das virtuell geschaffene Geld eines privaten Bankensystems …”

    Nein, die Frage ist keine

    Und das weißt Du ja selbst. :-)

    LG Duderich

  4. kohland roch sagt:

    es ist noch nicht mal richtiges geld, sondern nur zahlen im computer. alles nur information.

    die macht der eliten, deren titel und briefe – alles nur information
    die medienmacht – alles nur information
    die geteilte und beherrschte masse – auch hier alles nur information

    es ist tatsächlich ein informationskrieg, oder haben die mächtigen auch nur ein fatzel an selbsterarbeiteter oder natürlicher autorität? wird die bild gekauft, weil sie so gut ist und so wahr schreibt? wählen die politiker wirklich leute die sie kennen, stimmen sie über dinge ab, über die sie bescheid wissen ohne vorher tausend seiten verträge (deutsch?) durchzulesen??

    nein.

  5. overandout sagt:

    Mit dem Begriff “Schulden” bedient man sich hier zur Erklärung nur einer weiteren Nebelkerze. Jede Banknote ist eine Art Schuldschein und Schulden sind Kredite oder Investitionen. Klingt gleich nicht mehr so böse, oder?
    Gäbe es keine Schulden/Kredite/Investitionen, so gäbe es auch keine Forderungen, somit keinen Zahlungsverkehr, keine Banken, kein Geld. Ist es das, was wir wollen? Mit Muscheln zahlen?
    “Frisches Geld” soll hier heißen, dass das alte Geld irgendwie verbraucht wurde und um den Laden in Schwung zu bekommen, braucht man f.G.
    Es soll natürlich verschleiern, dass man mit dem bisherigen Geld nicht ausgekommen ist. Aber es würde ja auch niemand zu seiner monatlichen Lohnzahlung sagen, dass er wieder frisches Geld bekommen hat.

  6. Alex Janssen sagt:

    Kenne ich anders, den Begriff. Wenn im Rahmen eines Projektes Leistungen erbracht werden, die von der ursprünglich Vereinbarung abweichen, wird nachverhandelt. Frusches Geld (oder, schlimmer, ‘fresh money’), hört man dann oft.

  7. Volker Birk sagt:

    Hm. Unter “frisches Geld” versteht man sowohl EK als auch FK. Das ist ja ein Teil des Problems, dass Banken mit Krediten “gerettet” werden. Warum eigentlich?

    Wenn man sie nicht einfach untergehen lässt, wie es “der Markt” eigentlich vorschreibt, so wird nur ein Trottel auf die Idee kommen, eine Firma mit FK zu sanieren. Erst einmal wird man die Firma – und zwar billig – mit EK übernehmen, und dann erst, wenn’s die eigene ist, ggf. mit FK sanieren.

    Zu einer Sanierung gehört allerdings immer “frisches Geld”. Denn ohne zusätzliche Liquidität lässt sich nunmal keine Sanierung durchführen.

    Zum Thema, wo kommt das Geld her: das allermeiste Geld ist heutzutage Buchgeld, das von den Geschäftsbanken geschöpft wird. Es ist Kreditgeld, und das Problem ist, dass viel zuviel davon im Markt ist, weil es auf betrügerische Sicherheitssimulationen (“Wertpapiere” wäre da falsch, inzwischen ja gerne “Ramschpapiere” oder “Klärschlamm” genannt) geschöpft wurde.

    Dabei wird in der öffentlichen Diskussion in Europa völlig verdrängt, dass die Finanzkrise kein Naturereignis ist – sie ist absichtlich herbeigeführt, das wohl grösste Wirtschaftsverbrechen in der Geschichte der Menschheit.

    Und alles, was unseren Politikern einfällt, ist die Banken mit “frischem Geld” zu “retten”. Eine strafrechtliche Aufarbeitung fällt völlig aus, obwohl sie dringend geboten wäre.

  8. Frank Rawel sagt:

    “Frisches Geld” wäre eine sinnvolle Bezeichnung für so genanntes Schwundgeld.
    (siehe zB hier: http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/schmitt/text6.htm)
    Das verblasst in seienm Wert tatsächlich. Aber von solchem will man heute nichts wissen. So bleibt nur die Krise immer schön frisch.

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