Verhörmethoden, umstrittene

Überwiegend im Plural verwendeter Sammelbegriff für Handlungen von Soldaten und Geheimdienstmitarbeitern, die gemeinhin als Folter gelten, im Rahmen des “Kampfes gegen den Terror” der Vereinigten Staaten jedoch von 2001 bis 2007 zu Befragungs- oder Verhörmethoden umgedeutet und mit eindeutiger Billigung der Regierung eingesetzt wurden. Vor allem verwendet für das water boarding genannte simulierte Ertränken, aber auch für andere Foltermethoden, die keine körperlichen Spuren hinterlassen. Unabhängig von dem sanktionierten Einsatz ist Folter – daher das gezielte Quälen – weder eine geeignete Verhörmethode noch ist sie umstritten, sondern immer ein Verstoß gegen die Grundrechte und damit in einem Rechtsstaat Unrecht.

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Reaktionen

5 Reaktionen zu "Verhörmethoden, umstrittene"

  1. Der Große Bruder sagt:

    “Simuliertes Ertränken” ist jedoch auch ein Euphemismus. Es handelt sich um ein *kontrolliertes* “trockenes” Ertränken, denn auch am Waterboarding kann man sterben, wenn der Folterknecht zu weit geht.

  2. Kai Biermann sagt:

    Nicht ganz unberechtigter Einwand. Ich verstehe es als simuliert, weil die Simulation das Ziel ist. Das Gefühl des Ertrinkens soll erzeugt werden eben ohne dass ein solches beabsichtigt ist. Ich glaube, das ist wie der rechtliche Unterschied zwischen Mord und Totschlag, die Absicht spielt eine Rolle.

  3. Heinz sagt:

    ,,Foltermethoden, die keine körperlichen Spuren hinterlassen.”

    Naja immerhin verursacht die Methode (aufgrund des Sauerstoffmangels) Hirnschäden, die nicht verheilen, nur leider lassen sich diese schlecht nachweisen – vor allem, lässt sich schlecht nachweisen, dass sie in den konkreten Fällen durch die Folter entstanden sind.

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