Intensivtierhaltung

Um es linguistisch korrekt auszudrücken: Bei Substantivkomposita mit einem Adjektiv als Erstglied ist Skepsis angebracht, wird diese Konstruktion doch im Deutschen gern zum Täuschen verwendet. Hier nun also wird gehalten, somit eingesperrt und – Achtung, jetzt kommt das Adjektiv –, das auch noch intensiv, also ganz besonders schlimm. Tiere spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle, weswegen es auch gerne mal die aufs Wesentliche reduzierte Intensivhaltung sein darf. Im Zweifel nenne man uns nun fortschrittsfeindlich, aber angebrachter wäre der Begriff Tierquälerei. Doch stünde das auf der bunten Verpackung, würde die armen Biester wohl niemand mehr kaufen, geschweige denn essen wollen. Auch wir nicht. Was zeigt: Wir betrügen uns gerne mal selbst und wollen gar nicht so genau wissen, was drin ist. Schade eigentlich. Vor allem für die intensiv Gehaltenen.

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