innehalten

Angesichts dramatischer Ereignisse äußern Politiker gerne den Wunsch, sie irgendwer die Welt möge i. Sie möge also ‚pausieren‘, denn nichts anderes bedeutet das Wort. Immerhin, so die Begründung, könne man nach einer Katastrophe nicht einfach „zur Tagesordnung übergehen“. Könnte man schon, es schickt sich aber nicht. Wirkte es doch, als nähme man der betreffende Politiker das Ereignis nicht ernst genug. Da Handeln meist mühsam und teuer ist, wird alternativ kurz innegehalten. Das wirkt wohlerzogen, ein wenig Besinnung schließlich hat jeder gern, vor allem zu Weihnachten. Dabei drückt beispielsweise eine Bundeskanzlerin vor allem eines aus, wenn sie versucht, der Zeit der Strahlung der Debatte Einhalt zu gebieten: dass sie alles lieber täte, als zu handeln, beziehungsweise etwas zu ändern. Viel einfacher ist es, sich kurz zu besinnen, der Opfer zu gedenken und dann weiter zu machen wie bisher.

Abgelegt in: Energie, Politik, allgemein

Weitere sprachlichen Umdeutungen und Neuschöpfungen:

Hinterlasse eine Antwort