Schlichtung

Im ursprünglichen Sinn ist mit schlichten ‚glätten‘ gemeint, aber auch ‚streicheln‘ – irgendwie die Lage beruhigen und nett sein also. Doch entwickelte sich schon früh die Bedeutung ‚vermitteln‘, möglicherweise in Anlehnung an richten. Im Gegensatz zum Richter aber entscheidet der Schlichter nichts, schon gar nicht, wer gewinnt. Er soll einen Kompromiss finden, einen Weg also, mit dem alle Streitenden unzufrieden sind, weil alle auf etwas verzichten. Doch ausgleichen lässt sich nur, was zuvor schon auf einer Höhe lag. Ist das Gefälle zu groß, gibt es nichts zu ‚glätten‘, schon gar nicht, wenn der Glätter selbst keine Macht hat. Der Versuch, zwischen einem Milliardenunternehmen, einer Landesregierung und einigen aufgebrachten Bürgern zu vermitteln, bedeutet somit, dass es darum geht, letztere ruhig zu stellen zu streicheln. Mit Mitbestimmung oder gar Demokratie hat das nichts zu tun. Die S. als Instrument der Politik gaukelt beides nur vor. Ein anderes Wort dafür wäre Placebo – wer Glück hat, fühlt sich besser, an den Ursachen aber ändert sich nichts.

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