Der Plural ist tückisch, wie parlamentarische Zwänge und handwerkliche Fehler bereits zeigten. Ein Einzelfall nun ist per definitionem ein singuläres Ereignis und sollte damit auch als Wort bevorzugt im Singular auftreten. Trotzdem wird er gern in den Plural genötigt – immer dann, wenn es darum geht, zu verschleiern, dass ein Ereignis eben nicht einzigartig ist, sondern vielmehr regelmäßig eintritt. Wie zum Beispiel die Zunahme von Krebserkrankungen in der Nähe von Atomanlagen oder Skandale bei der Bundeswehr (damals wie heute). Somit sind die E. gar keine, sondern Systemfehler. Diese Litotes, also rhetorischen Abschwächungen, auch noch mit dem Adjektiv bedauerlich zu ergänzen, entlarvt die Jämmerlichkeit des Unterfangens. Impliziert es doch, dass der Einzelfall unvermeidlich war, damit also wahrscheinlich eine systemische Ursache hat und der Betreffende sich leider nicht in der Lage sieht, diesen Fehler im System zu beheben. Obwohl es als Entscheider im Zweifel seine Aufgabe gewesen wäre.
Mit Dank an Jarno R.
Schlagworte: Bundeswehr, Leukämie, Litotes, Plural
Weitere sprachlichen Umdeutungen und Neuschöpfungen:

Die Einzelfälle soll es u.a. auch bei Anbietern von ‘Dienstleistungen’, auch ‘Services’ geben: in der ct gibt es dafür eine Rubrik ‘Vorsicht, Kunde’.
Steckt hinter dem Wort Dienstleistung nicht ursprünglich ‘dienen’ und ‘Leistung’?
@paulinsche Ja, genau: Dienst kommt von dienen und Leistung von leisten.
[...] “Bedauerliche Einzelfälle” – Über den Unsinn, das Wort “Einzelfall” in der Mehrzahl zu [...]
[...] [2] Warum es rhetorisch „bedauerliche Einzelfälle“ nicht geben kann: Ein fantastischer Blog für jeden Sprachkünstler. Neusprech-Blog [...]
Alles Quatsch.
Lei kommt natürlich von Leu = Adler
und Stunk kommt selbstredend von Stunk = schlechter Geruch.
Also ein übel riechender Raubvogel, der gerade Dienst hat,
…oder so ähnlich.
und, ja natürlich, will man alles viel besser wissen,
wird natürlich auch einem g ein k.
Ts, ts, peinlich peinlich… für mich.
Dazu passt auch Ulrich in der aktuellen ZEIT mit einem verräterischen “kein Einzelfall, auch dieser nicht…” (sic!) könne die Demokratie zerstören. Und vorher zählt er lauter Einzelfälle auf, deren “Reihe (man) ewig fortsetzen” könnte. Hä?
http://t.co/I2YyC60
Wie wäre es mit “systemischer Singularität”?! :-)
( …hmhh und das, btw, erinnert mich irgendwie an Softwareentwicklung und stochastische Bugs ;) )
Schön das es schon wieder einen bedauerlichen Einzelfall gibt .
” japan erlebt die nukleare Katastrophe”
Naja wenn einem dann noch wieder Tschernobyl in den Sinn kommt dann eben Einzelfälle.
Darf ich hier auch Vorschläge bringen?
Ich schlage, aus gegebenem Anlass vor:
“Temporäre Aussetzung einer Verlängerung”.
[...] Ereignisse also hier grundsätzlich nicht stattfinden und wenn doch, dann immer nur als bedauerlicher Einzelfall – und nicht in verbösernder Verkettung. Weil das völlig unrichtig ist, [...]
Die Farbe der Links ist unglücklich gewählt für meine Augen. Geht’s nicht irgendwie dunkler? Andere Farbe? Rot oder k.A.
Ich les das Blog echt gerne, aber wegen den Farben lieber im Feedreader :-)
grüße
michael
[...] wobei die schweigende Mehrheit mehrheitlich schweigt,so dass man sagen kann, dass es sich um bedauerliche Einzelfälle handelt, die ein Tempolimit nicht [...]
[...] wobei die schweigende Mehrheit mehrheitlich schweigt,so dass man sagen kann, dass es sich um bedauerliche Einzelfälle handelt, die ein Tempolimit nicht [...]
[...] wobei die schweigende Mehrheit mehrheitlich schweigt,so dass man sagen kann, dass es sich um bedauerliche Einzelfälle handelt, die ein Tempolimit nicht [...]
“Die Welt ist alles, was der bedauerliche Einzelfall ist.” – #Twittgenstein