Floskeln als Krisenbarometer

Udo Stiehl und Sebastian Pertsch, die zwei Journalisten der Floskelwolke, durchsuchen täglich Google News und analysieren, welche von insgesamt 130 Floskeln dort wie oft erwähnt werden. Ihre Daten stellen sie allen Interessierten zur Verfügung. Wir haben daraus zwölf vor allem für das Thema Flüchtlinge und Asyl relevante Begriffe herausgesucht und ihre Erwähnungen im Jahr 2015 visualisiert. Das Ergebnis haben wir in unserem Vortrag beim 32C3 genutzt um zu belegen, dass sich in Floskeln und Phrasen zeigt, wie gesellschaftliche Probleme wahrgenommen und debattiert werden. Hier die Grafik:

Zwölf Floskeln von alternativlos bis Überfremdung und wie oft sie 2015 bei Google News auftauchten.

Zwölf Floskeln von alternativlos bis Überfremdung und wie oft sie 2015 bei Google News auftauchten.

Darin zeigt sich zum Beispiel, wie sich die gesellschaftliche Debatte zum Thema Asyl verändert. In den letzten Wochen des Jahres 2015 tauchen häufiger Begriffe auf, die vor allem Angst vor Flüchtenden schüren sollen wie Flüchtlingstsunami, Flüchtlingsansturm oder Phrasen wie das Boot ist voll.

Und es zeigt sich, dass der auch von Angela Merkel gern genutzte Ausdruck alternativlos so etwas wie ein Nullwert politischer Kommunikation ist, der immer passt.

Abgelegt in: Politik, allgemein

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