Vorratsdatenspeicherung

Vorräte sollen, angelegt in guten Zeiten, dazu dienen, um auch in schlechten überleben zu können. Vorräte zu besitzen, gilt nicht nur als notwendig, sondern als vorausschauend und klug. Die V. legt nahe, dass es wichtig ist, Datenvorräte zu haben. Wichtig ist es tatsächlich, allerdings nur für Polizei und Staatsanwaltschaften. Bürger werden durch das Anlegen dieser Vorräte unter Generalverdacht gestellt, da sämtliche ihrer Kommunikationsdaten ohne Anlass und ohne konkreten Verdacht mitgeschnitten und für sechs Monate aufbewahrt werden. Dank des flächendeckenden – derzeit genau aus diesem Grund vom Bundesverfassungsgericht gestoppten Einsatzes der V. – werden Kommunikationsstrukturen rekonstruierbar und bis dahin verborgene Beziehungsmuster aufklärbar. Sollte daher eher Datenhamstern, Datenhortung oder Datenscheffelei heißen.

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Abgelegt in: Innere Sicherheit

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Reaktionen

17 Reaktionen zu "Vorratsdatenspeicherung"

  1. Nemo sagt:

    Ich muss bei “Vorratsdatenspeicherung” immer wieder an die Sapir-Whorf-Hypothese (http://de.wikipedia.org/wiki/Sapir-Whorf-Hypothese) denken… Die Vorratsdaten als die modernen “leeren Benzinfässer”.

  2. Stefan Sasse sagt:

    Ehrlich gesagt kannte ich “Meiler” nur im Zusammenhang mit Atomkraftwerken. Dieses Wort halte ich für weniger gefährlich, da die wenigsten Leute noch aktiv mit dem Verbrennen von Holzstapeln zu tun haben, wenn nicht gerade Grillsaison ist.

  3. Pingback von:

    Brief an Peter Altmaier | Stephan Urbach