Positiv soll es klingen, lobend und auf keinen Fall diskriminierend. Doch verbirgt sich hinter diesem einen Wort eine ganze Verleumdungskampagne. Denn wo es L. gibt, da müssen irgendwo auch nichts tuende Schmarotzer Minderleister sein. Ohne Licht kein Schatten, oder? Und genau darum geht es: der Begriff soll die Gesellschaft spalten, er soll hetzen gegen jene, die staatliche Leistungen Hilfe erhalten und den Sozialstaat, der einst als Errungenschaft bejubelt wurde, abschaffen helfen. Denn er stört manche Leute: Er kostet Geld und dieses Geld wurde den L. weggenommen, um es irgendwelchen Faulpelzen Transferbeziehern zu geben – finden zumindest die L. und die, die sie politisch gern repräsentieren würden. Oder, wie Holger Platta schrieb: “Wer weiß, was Begriffe ,leisten‘ können, weiß auch, was dieser Begriff ,Leistungsträger‘ leisten soll: ideologisierend und beschönigend und verfälschend das Bewusstsein der Öffentlichkeit manipulieren – im Interesse der Herrschenden.” Nur nebenbei: Wer den Sozialstaat abschaffen will, handelt verfassungsfeindlich. Heißt es in Artikel 20 und Artikel 28 des Grundgesetzes doch, die Bundesrepublik sei ein “sozialer Rechtsstaat”.
Schlagworte: Grundgesetz, Sozialstaat
Weitere sprachlichen Umdeutungen und Neuschöpfungen:

sozialer Rechtsstaat heißt aber nicht lebenslanger Rechtsanspruch auf Sozialhilfe …
Hihi. Ob das wohl reicht, um die FDP als verfassungsfeindliche Organisation zu klassifizieren? :D
Ich finde es immer wieder erheiternd, dieses Klein-Klein des “Mittelschichtlers”, wenn es um die vermeintlichen Sozialschmarotzer geht, die “keinen Bock” haben auf Arbeit usw. Natürlich gibt es die. Aber schon rein rechnerisch bräuchte es zigtausend davon, um auch nur einen Ackermann aufzuwiegen. Denn solche wie letzterer sind es, die dem Staat wirklich auf der Tasche liegen. Lieber zahle ich als “Leistungsträger” lebenslang für ein BGE für jeden Menschen, damit er seine -würde bewahren kann, als auch nur einen Cent Steuern, die letztlich bei solchen zynischen und ignoranten Nieten in Nadelstreifen landen.
Steht schon seit sieben Jahren im Kompetenzteam!
http://kompetenzteam.antville.org/stories/384351/
So, wie ich ihn verstehe, heißt das, all jenen zu helfen, die Hilfe brauchen. Er soll, glaube ich, die Mechanismen des Kapitalismus dämpfen, ihn für alle menschlicher und erträglicher machen. Und das bedeutet auch, jene zu unterstützen, die nicht arbeiten können – im Zweifel ein Leben lang. Oder?
Der Gedankenapparat wird noch viel größer, wenn man das Wort ‘Leistung’ in seiner Wortfamilie betrachtet: leisten, Leiste etc.
Gerade das letzte Substantiv (sic) illustriert die Möchte-Bedeutung der kritisierten Wortkombination zu erhellender Klarheit:
Der ‘Leistungsträger’ ist nämlich der, der dem Ganzen die Struktur zu geben vermag, wo sonst alles nur noch Gallerte sein würde, rückgratlos also.
Das Volk ist Schwabbel, die Leistungsträger das tragende Gerippe.
Nur: wer sind die Muskeln?
@Irene: ich sehe bei Deinem Link aber keine so schöne dialektische Erklärung. Ich selbst habe festgestellt daß den allermeisten die Zusammenhänge gar nicht klar sind, man muss es daher gut erklären und nicht einfach sagen daß es ein schlimmes Wort ist. Auch sollte es darum gehen den Leuten Ihre leider in diesem Fall fehlgeleitete Naivität zu nehmen. Nicht jeder hat Orwells 1984 gelesen und begegnet selbst der Sprachregelung seiner Herrscher mit dem gebotenen Mistrauen.
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[...] kulturelle Teilhabe eingesetzt wird und nicht etwa, damit die Eltern des Kindes sich auf Kosten der Leistungsträger des Landes mit Alkohol und Nikotin [...]
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[...] Urheberleistung Geschäfte machen. Siehe auch Kreativwirtschaft. Das L. ist somit der Versuch von Leistungsträgern Vermittlern, auch Makler genannt, ihre vergleichsweise geringe Mühe zu vergolden und der einst [...]
[...] strategische Regierungskommunikation entschieden zu kurz kommt.“ Also nicht die Reformen Umbauten Streichungen des Sozialstaats Wohlfahrtsstaates sind Schuld daran, dass Politikern keiner mehr traut, sondern [...]
“Leistungsträger… wessen Leistung trägt er da eigentlich? Und wo trägt er sie hin?” (irgendwo gelesen)
Ladungsträger kenne ich.
[...] Willen. Für eine schweigende M. zu sprechen, hat mehrere Vorteile: Erstens lässt es den Leistungsträger Populisten wie ein Sprachrohr Vieler und damit wichtiger erscheinen. Zweitens lässt es ihn mutig [...]
@Kolja
Solche, wie Sie, braucht das Land! Mögen Sie nicht eines weniger hübschen Tages in diese Situation geraten!!!
Ich kenne Leistung als Energie pro Zeit. In welchen der Beiden Faktoren glänz denn nun ein Leistungsträger?
“sozialer Rechtsstaat heißt aber nicht lebenslanger Rechtsanspruch auf Sozialhilfe …” [Kolia] Doch, _genau_ das heißt es. Die, die arbeiten können sorgen für die, die es nicht können. Wenn du nach 2009 noch nicht begriffen hast, wer dir den größten Teil deiner Kohle aus der Tasche zieht, dann ist dir auch nicht mehr zu helfen …
[...] nicht die Arbeitenden die eigentliche Leistung erbringen, sondern ein paar wenige sogenannte „Leistungsträger”. Genau die tun aber gar nichts für die Unmengen an Geld, die sie sich täglich, monatlich, [...]
Gibt jetzt auch einen ausführlicheren Eintrag bei yaab.noblogs.org dazu: http://yaab.noblogs.org/post/2011/08/08/zu-politischer-sprache-leistungstrager/
Der Leistungsträger trägt die Leistung des Leistungserbringers zum Leistungsempfänger, so dass dieser ein leistungsloses Einkommen erhält – üblicherweise in Form von Dividenden, Boni etc.
[...] eine Obergrenze existieren. Weswegen wir dringend mal wieder über die Boni und Prämien der Leistungsträger reden sollten. Falls die grundlosen Zahlungen in irrer Höhe, die sich die Begünstigten meist [...]