Glaubt man der Bundeskanzlerin, dann ist derzeit eine Menge a.: das Finanzmarktstabilisierungsgesetz, das Sparprogramm des griechischen Staates, der Einsatz Krieg in Afghanistan, die NATO. Das Wort ist schwer in Mode. Schaut her, soll es ausdrücken, wir müssen das tun, wir können nicht anders, also hört auf zu jammern. Aber drückt es das wirklich aus? Eher nicht, wie die dabei gern verwendete alternativlose Entscheidung zeigt: Die nämlich ist ein Oxymoron, eine Verknüpfung von Dingen, die sich widersprechen. Wäre die Situation ohne Alternative, also Wahlmöglichkeit, gäbe es nichts zu entscheiden. Gibt es aber eine Alternative und sei es nur die, das Gesetz/die Maßnahme/den Krieg eben sein zu lassen, steht auch eine bewusst getroffene Entscheidung dahinter. Wäre Politik also tatsächlich a., würden die Dinge einfach geschehen. Dafür aber bräuchte es dann keine Politiker.
Tags: Afghanistan, Griechenland, Merkel, Nato, Oxymoron


Nun muß man aber fairerweise auch daran erinnern, daß Dr. M. das Wort zwar gerne einsetzt, das so aber weder als erste tut noch es auf ihrem Mist gewachsen ist.
Erfunden haben es zweifelsohne der “freiheitlichen” “Religion” (aka “Neoliberalismus”) anhängende Lobbyisten (“Berater” – übrigens auch ein schöner Neusprech) und salonfähig gemacht haben es ein gewisser Niedersachse, der heute für viel Geld dicke Rohre verlegt, und ein dicklicher Hesse, der jetzt glaube ich das gleiche tut (nur an anderer Stelle).
welcher Hesse?
Oh, stimmt, ich lese gerade, daß Joseph F. geborener Württemberger war. Habe ich mit dem Turnschuhauftritt durcheinandergebracht – der ja in Hessen war…
Maha: Vorschlag fürs nächste Mal: “Steuerentlastung”
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@Max
danke, steht bereits auf der Liste
Urban Priol hat die a. Merkel nochmals in “Neues aus der Anstalt” aufgegriffen:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/kanaluebersicht/508/sendung/Neues-aus-der-Anstalt
(Folge 35, ab etwa Minute 13)
[...] [...]
@David
Die Tatsache, dass der Begriff “alternativlos” schon früher und von anderen verwendet worden ist, kann ja nicht bedeuten, dass die Erläuterungen hierzu falsch sind!
Schon viel früher als von David dargestellt ging GBs MPin Margaret Thatcher mit der TINA-THESE (there is no alternative) hausieren. Das macht die Angelegenheit nicht appetitlicher. Erstaunlich nur, das Dr. M. jetzt auch da angekommen zu sein scheint, wo M. Thatcher an ihrem Ende war.
Ach, und ich hätte auch noch einen Vorschlag: “Rettungspaket”.
[...] haben die unzähligen Reden mit dem bemerkenswerten Wort „alternativlos“ das ausgelöst; so zumindest wirken die Berichte und Kommentare. Ein wenig erinnert dieses [...]
[...] sich der Pöbel jedenfalls trotzig wie ein Kindergartenkind der reinen (und alternativlosen!) Lehre Hayek’scher Markteffizienz verweigert und doch allen Ernstes auf Utopien wie einen [...]
Norbert Röttgen (CDU) hat gerade im Kamingespräch bei Phoenix “alternativlos” als ‘auf dem Index’ bezeichnet, es würde durch ‘ohne sinnvolle Alternative’ ersetzt.
Ich hatte das Kamingespräch heute auch gesehen.
Röttgen sah es sogar selbst als Neusprech, wenn ich ihn richtig verstanden habe
Muhahahaha… der Mann ist ja noch *er, als seine Artgenossen. Der macht nicht einfach Neusprech, der macht Neoneusprech. Einer der besten der besten der besten. Whaouw!
Ich habe ja neulich darüber debattiert, ob das Wort nicht eigentlich “alternativenlos” heißen müßte. Es soll doch eigentlich ausdrücken, dass es keine andere Möglichkeit, keine Alternative gibt. Das Adverb/Adjektiv “alternativ” hat in meinem Sprachgebrauch die Bedeutung “andersartig” oder “nicht der Norm entsprechend”. “Alternativlos” wäre damit ein gleichartiger Normalbürger, aber nicht jemand, der keine Entscheidungsmöglichkeit hat. Letzterer müßte meinem Empfinden nach “alternativenlos” sein.
[...] Neusprech: alternativlos [...]