Frauen-WM

Es gibt eine Schwimm-WM mit Wettbewerben für Frauen und Männer, es gibt eine Leichtathletik-WM mit Wettbewerben für … Sie sehen schon, dahinter verbirgt sich ein Muster. Was aber ist dann bitte eine Frauen-WM? Die Weltmeisterschaft im Frau-sein? Und warum gibt es dann bei dieser keinen Wettbewerb für Männer? Werden die etwa diskriminiert? Ist das vielleicht schon wieder ein Muster? Ja, sieht ganz so aus (vgl. auch: „Damen-Fußball“). Leider eines, das die Leistung von Frauen abwertet, sie als unwürdig erachtet. Schon klar, die Männer waren zuerst da, wie so oft. Aber das muss ja nicht heißen, dass sie auf ewig die ersten bleiben. Daher jetzt bitte alle: Es gibt nur eine Fußball-WM, mit Wettbewerben für Frauen und für Männer!

Schlagworte: ,
Abgelegt in: Sport

Weitere sprachlichen Umdeutungen und Neuschöpfungen:

Hinterlasse eine Antwort

Reaktionen

65 Reaktionen zu "Frauen-WM"

  1. Martin Haase sagt:

    @Dirk: Die FIFA sitzt in der Schweiz, daher kein ß.

  2. Martin Haase sagt:

    @janWo also den Sick-Vorwurf möchte ich gleich mal zurückweisen (ich habe auch nichts gegen Sick): Sick schaut (vermeintlich) dem Volk aufs Maul und sagt, wie es (seiner Meinung nach) richtig sei. Wir hingegen beobachten, wie Sprache zur Vernebelung und zum Zwecke eines (Polit-) Marketings eingesetzt wird, erläutern die Vernebelung und versuchen festzustellen, was eigentlich gemeint ist (das ist oft möglich, weil Neusprech eben verräterisch ist, da sich das Interesse desjenigen, der ihn verwendet, eben leicht erkennen lässt). Natürlich kommentieren wir unsere Beobachtungen aus unserer persönlichen (politischen) Perspektive, wohl wissend, dass es einen „richtigen“ Ausdruck in vielen Fällen gar nicht gibt. Auch Frauen-WM fällt in die Kategorie PR-Sprache, denn die Bezeichnung ist ja von der FIFA zur Vermarktung des Ereignisses erfunden worden. Wie zu erwarten, ist die Bezeichnung verräterisch für die Einstellung der FIFA-Funktionäre.

    Natürlich freuen wir uns auch über die große Resonanz zu diesem Beitrag.

  3. janwo sagt:

    Mit dem Sick-Vorwurf meinte ich eher das absichtliche Missverstehen eines Begriffs, der (ob nun unpassend, sexistisch oder nicht) an sich von allen verstanden wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Otto Normalsprecher ernsthaft glaubt, es handle sich um die WM im Frausein.

  4. naja, das englische original heißt meines wissens „FIFA Women’s World Cup“, also handelt es sich bei „frauen-wm“ vermutlich eher um eine weitere schnell schlecht übersetzte formulierung.

    was der artikel schuldig bleibt: wie soll mans denn nun nennen, das kind? es ist doch nun mal die wm der fußball spielenden frauen.

    alles jammern über die ungerechtigkeit der welt und vor allem der im fußball, wo den frauen den regeln nach das spielen bis in die 70er verboten war, ist doch obsolet. jetzt spielen sie und sie tun es verdammt gut. da treffen die 16 weltbesten frauenfußballmannschaften aufeinander. das niveau ist sichtbar hoch. warum sich also an wörtern aufhängen statt die frauenfußball-wm, die fußball-wm der frauen oder eben die frauen-wm zu genießen? :-)

  5. Tom sagt:

    Hallo,

    man redet ja oft auch nicht von der Fußballweltmeisterschaft sondern lediglich von „der Weltmeisterschaft“ oder im englischen vom „World Cup“. Fußball ist so dominierend, dass jeder weiß wovon man redet. Besondern wenn die Weltmeisterschaft gerade stattfindet ist jedem klar was gemeint ist. Das „Fußball“ kann man dann doch weglassen.

  6. Ludwig Trepl sagt:

    Was eiert Ihr denn alle so rum? Wovor habt Ihr Angst? Die Fußball-WM ist die, bei der die beste Nationalmannschaft ermittelt werden soll. Sollte es einmal vorkommen, daß unter den besten Spielern eines Landes Frauen sind, dann dürfen und werden die auch mitspielen. So wie manchmal auch Jugendliche mitspielen, aber halt selten, und darum gibt es außer der Fußball-Weltmeisterschaft noch verschiedene Jugendweltmeisterschaften. Box-Weltmeister einer bestimmten Gewichtsklasse ist bisher immer ein Mann gewesen. Sollte einmal die Frauenweltmeisterin dieser Gewichtsklasse besser sein als der beste Mann, dann ist sie nicht nur Frauenweltmeisterin, sondern Weltmeisterin.

  7. Kai Biermann sagt:

    @janwo

    Es geht hier in diesem Blog nicht um das „absichtliche Missverstehen“ eines Begriffes – das tut Sick im Übrigen auch nicht!

    Es geht darum, zu zeigen, welche Bedeutungen ein Begriff enthält, auch wenn sich vielen Menschen dieser Bedeutungen nicht bewusst sind. Und genau das ist bei der „Frauen-WM“ der Fall – die klingt erst einmal irgendwie plausibel. Eigentlich aber versteckt sich darin eine Diskriminierung. Und darauf wollen wir hinweisen.

    lg
    k

  8. earl sagt:

    @Ludwig: Ganz genau.

    Gibt es eigentlich einen gemischten Sport, wo Frauen dominieren? Wenn etwas sexistisch ist, dann vielleicht die Sportarten selbst.

    Dass es in den Sportarten, wo Männer Frauen ständig besiegen, extra Frauen-Ableger gibt, ist in meinen Augen mehr Diskriminierung und nicht weniger. Es sollte eine Meisterschaft geben, wo alle (volljährigen) Menschen teilnehmen können. Und wenn bei den jetzigen Meisterschaften immer Männer gewinnen, dann sollte man weitere Sportarten erfinden und nicht Meisterschaften, wo man Männer ausschließt. Das ist ja fast so dumm wie Basketball-Ligen, wo nur weiße Kinder spielen dürfen.

  9. heinz sagt:

    „Es gibt nur eine Fußball-WM, mit Wettbewerben für Frauen und für Männer!“

    Das stimmt einfach nicht. Die WM ist das Turnier, nicht der Titel. Man kann sich aber gerne darüber streiten, ob man Frauen und Männer in getrennten Turnieren (in verschiedenen Ländern mit einem bzw. drei Jahren Abstand) ihren Titel ausspielen lassen sollte.
    Oder wie man die jeweiligen Turniere dann nennen sollte.
    Der Vergleich mit Leichtathletik und Schwimmen hinkt, da dort Frauen und Männer im selben Turnier antreten.