Problembesucher

Wer das Wort zum ersten Mal hört, denkt sicher an den Problembären und liegt damit gar nicht so falsch. Auch der war ein P., in einem anderen Kontext, dem bayerischen Wald. Und beim Kontext zeigt sich gleich das erste Problem mit dem P.: Wer hier wen besucht und wer für wen ein Problem ist, erschließt sich nur aus eben diesem Zusammenhang: Bei unserem P. geht es um Besucher in einem Fußballstadion, um Fußballfans – wenn sie Probleme machen, auch Hooligans genannt. Aber genau dieses Wort soll offensichtlich vermieden werden. So entstand der P., ein Nebelbegriff. Denn beide Wortbildungselemente sind unklar und haben – linguistisch gesprochen – eine große Extension, also einen weiten Anwendungsbereich. Außerdem impliziert der Ausdruck, dass etwas getan werden muss, denn Probleme gehören gelöst. Siehe Problembär, der wurde erschossen. Gegen P. soll nicht ganz so rabiat vorgegangen werden, allerdings erscheint die verdachtsunabhängige Erfassung und Überwachung von Fußballfans, die unter anderem mit den P.-n gerechtfertigt wird, auch nicht so wirklich verhältnismäßig. Siehe → Gefährder, potenzieller und → Verbunddatei (Rechtsextremismus).

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