Sicherheitsbahnhof

Sicherheitsbehörden (sic!) testen an einem S. ein Pilotprojekt. Da fühlt man sich doch gleich viel sicherer. Allerdings gibt es dafür keinen Grund. Denn Videoüberwachung und Gesichtserkennung, um die es hier geht, machen die Welt nicht sicherer. Sie können keine Verbrechen verhindern. Sie können höchstens dabei helfen, sie hinterher schneller aufzuklären. Das ist gut, aber es hat mit Sicherheit – also mit der Abwesenheit von Gefahr – nichts zu tun. Die Wortneuschöpfung S. gaukelt das nur vor. Dabei ist eine umfassende Gesichtserkennung, so wie sie hier geplant ist, grundgesetzwidrig – vielleicht noch nicht in der Testphase, aber spätestens dann, wenn sie unausweichlich ist. Siehe auch → Videoschutz, → Sicherheitsindustrie, → Sicherheitsforschung oder gar → Sicherheitszone.

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Reaktionen

10 Reaktionen zu "Sicherheitsbahnhof"

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  2. Marcus sagt:

    Teilweise können Kameras ausserdem die Kriminalität an andere Orte verdrängen. Das sollte man nicht komplett aussen vor lassen. Vielleicht wird so der Weg zum S. ein wenig unsicherer.

  3. Hannes Naumann sagt:

    Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.
    So heißt es doch.

    _Sicher_ ist, dass ein Gesellschaftsschädling, wenn er erkannt und entfernt worden ist, allen seinen potentiellen Opfern keine Schaden mehr zufügen kann. Die Welt ist mithin sicherer geworden. Der Sicherheitsbahnhof hat seinen Namen also vollständig verdient.

    Vermutlich sollte man den Versuch, unsere Gesellschaft mithilfe dieses Artikels wieder ein Stück unsicherer zu machen, als Neusprech brandmarken. Was für ein schönes Wort – brandmarken.

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