Systemfehler

Wer einen Fehler macht, ist in der Regel dafür verantwortlich. Das kann Folgen haben und ist unangenehm. Also schiebt man diese Verantwortung gern auf andere. Am besten ist es, wenn anschließend niemand Schuld war, dann gibt es keinen Ärger. Vor allem aber muss dann auch nichts verändert werden, alles kann so bleiben, wie es war. Da bietet sich das unpersönliche System an. Wenn ein System schuld ist, ist die Verantwortung so abstrakt, dass jeder Schuld sein kann oder niemand. Das macht den S. so praktisch. Aber er ist natürlich eine Lüge: Denn irgendjemand hat noch immer einen Fehler gemacht. Systeme entstehen nicht von selbst, jemand hat sie entwickelt, programmiert, gestartet, kontrolliert. Glücklicherweise lassen sich die Schuldigen leicht erkennen. Es sind die, die am lautesten die Schuld auf das System schieben.

Siehe auch → Fehler, handwerkliche und → Einzelfälle, bedauerliche.

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Reaktionen

3 Reaktionen zu "Systemfehler"

  1. rolak sagt:

    Als Herkunft vielleicht eine unangemessene Umformulierung vom bereits falsch verstandenen ’systematischen Fehler‘ (dessen jeweilige Ursache(n) ebenfalls sehr wohl bekannt ist/sind)?

  2. fritz angels sagt:

    „systemfehler“ wäre- richtig benutzt und am besten einmal um 180°gedreht- eigentlich wunderbar zur begründung der katastrophalen gesamtsituation der welt geeignet. ich meine damit die schon etwas betagte, bekannte und überaus zutreffende linksradikale feststellung: „das system hat keine fehler- es IST der fehler.“

  3. Hannes Naumann sagt:

    Teilfalsch.
    Systeme entstehen sogar oft von selbst: die Struktur von Gruppen und Verhaltensregeln in allen sozialen Tierarten hat niemand „entwickelt, programmiert, gestartet, kontrolliert“.
    Der Mensch ist auch eine soziale Tierart.

    Und beiläufig: „Gegen das System“ kommt mir ehrer vom 68er-Konsortium her bekannt vor, lustig, dass es hier erscheint.

    Mit besten Grüßen
    Am Sonntag ist Wahl.