asylkritisch

Substantiv: Asylkritiker, auch Asylgegner. Schief gegangener Versuch, einen Namen für jene Menschen zu finden, die gegen Flüchtlinge und die Migrationspolitik der Bundesregierung demonstrieren. Das Bemühen, ihre Haltung nicht offen zu missbilligen und ihren Hass lediglich als Bedenken →besorgter Bürger zu betrachten, schuf einen riskanten Verschleierungsbegriff. Selbstverständlich kann das Grundrecht auf Asyl kritisiert werden. Doch das ist mit dem Ausdruck nicht gemeint. Er verharmlost jene, die Flüchtlinge ablehnen und sie nicht ins Land lassen wollen. Er verdeckt Fremden- und Islamfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt. Wenn rechte Zusammenschlüsse wie „Zukunft Heimat“ aus dem Spreewald vom brandenburgischen Verfassungsschutz als „a.-er Verein“ bezeichnet werden, dann ist das ungefähr so, als würde die Mafia gesetzeskritisch genannt. Das ist sie bestimmt, aber es geht doch am Kern ihres Wesens vorbei. Wie unkritisch der Begriff a. verwendet wird, zeigt sich beispielsweise daran, dass er sogar von den Wissenschaftlichen Diensten des Bundestages genutzt wird. Die Bezeichnung soll wertneutral erscheinen, verbirgt dabei aber den eigentlichen Hintergrund der Akteure: ihre Menschenfeindlichkeit.

Abgelegt in: Innere Sicherheit

Weitere sprachlichen Umdeutungen und Neuschöpfungen:

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Reaktionen

4 Reaktionen zu "asylkritisch"

  1. Timo Gill sagt:

    Zunächst sollte man das Wort Asyl klar definieren. Alles Andere erklärt sich dann.

  2. Hannes Naumann sagt:

    Herr Biermann hat Psychologie studiert, so heißt es bei Wikipedia.
    Nur wie kann man einerseits die Wissenschaft des menschlichen Geistes erfolgreich studieren, und andererseits bezüglich desselben Gegenstandes so komplett ahnungslos sein?

    Die Sorge von Bürgern wird hier wieder, gefühlt seit 2015 das millionste Mal in der deutschen Presselandschaft ins Lächerliche gezogen und damit genau das erzeugt oder bestärkt, was kritisiert oder beseitigt werden soll: die vielbeachtete „Menschenfeindlichkeit“.

    Mittlerweile bleibt mir angesichts dieser unbegreiflichen Verblödung der „Intellektuellen“ nur noch ein würziger Zynismus und die Hoffnung, es möge bald den Richtigen an den Kragen gehen.

    Nun, wer die Richtigen sind, scheint ja Auslegungssache zu sein. Ich schmeiß‘ mich weg.

    Liebe Grüße

  3. Ich glaube, das heißt bald „menschenkritisch“ statt „menschenfeindlich“.