ergebnisorientiert

Ist das Gegenteil (Antonym) von ergebnisoffen und dann auch wieder nicht. Denn der Kontext spielt eine Rolle: Beratungen sollen ergebnisoffen sein, die Arbeit einer Behörde, hier des Verfassungsschutzes jedoch e.? Sollte der Verfassungsschutz nicht eigentlich auch ergebnisoffen arbeiten? Oder ist ein bestimmtes Ergebnis etwa schon von vornherein anvisiert, wie orientiert nahe legt? Das Verb orientieren ist der sprachliche Vorläufer von (ein-) norden. Bevor es Kompassnadeln gab, wurde ein Ziel anvisiert, indem man feststellte, wo die Sonne aufgeht (lateinisch ori ‚aufgehen‘) und daraus ableitete, wo Osten ist. Orientieren hieß, zu wissen, den eigenen Standpunkt in Bezug zum Osten zu kennen. Nun ist es ja gut, dass der Verfassungsschutz einen Standpunkt hat und den auch kennt. Aber die Formulierung nährt den Verdacht, dass er vor allem sehr genau zu wissen glaubt, in welche Richtung sich seine Bemühungen bewegen sollten. Es überrascht also beispielsweise nicht, dass er Rechte eher links liegen lässt. Dabei hat das Desaster der NSU-Ermittlung gezeigt, wie unsinnig und gefährlich eine solche Fokussierung ist.

Abgelegt in: Innere Sicherheit

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Reaktionen

5 Reaktionen zu "ergebnisorientiert"

  1. Naja sagt:

    Ganz doll kritisch gegenüber „denen da oben sein“, aber dann alles fressen, was sie einen zum Thema NSU servieren?
    Nunja.

  2. phineas sagt:

    Ich kenne noch eine andere Bedeutung von „ergebnisorientiert“: als Steigerung von „zielorientiert“ in modernen Anforderungsprofilen von Stellenangeboten. Ziele anzustreben ist nicht mehr genug, denn sie weisen in die Zukunft und implizieren keinen Erfolg (positives Ergebnis).

  3. Jannik sagt:

    Für mich ist ergebnisorientiert eine Art des Arbeitens, die den Fokus auf das Ergebnis legt. Das bedeutet, ich schaue darauf, dass ich den maximalen Ertrag innerhalb einer kurzen Zeit bekomme.
    Ich überprüfe also am Ende des Tages nicht wie lange ich an einer Arbeit gesessen habe, sondern wie die Ergebnisse ausgefallen sind.
    Aber deine Sichtweise legt tatsächlich nochmal einen anderen Blickwinkel offen – sehr interessant!