Schutz, subsidiärer

Subsidien nannten die Römer ihre militärische Reserve. Es waren die Truppenteile, die zu Hilfe eilen sollten, wenn die übrigen Einheiten in Bedrängnis gerieten. Später wurde daraus eine generelle Bezeichnung für Hilfsmittel. Da heute nur noch wenige Menschen Latein sprechen, kann davon ausgegangen werden, dass der Begriff missverständlich ist und die meisten darunter einfach ‚Schutz‘ verstehen. Doch das Adjektiv subsidiär schränkt das Substantiv in seiner Bedeutung ein: Der S., den der deutsche Staat Flüchtlingen aus Kriegsgebieten gewährt, ist nur sehr begrenzt. Es ist ein Hilfsschutz, der angewendet wird, weil der eigentliche Schutz versagt. Denn internationale Verträge haben nie Kriegsflüchtlinge anerkannt. Da es dauernd irgendwo Krieg gibt, und alle ständig neue anzetteln, hatte offenbar niemand Interesse daran, Kriegsflüchtlingen Schutz zu gewähren. Auf den dürfen nur jene hoffen, die aufgrund ihrer politischen Haltung, ihrer Rasse, Religion, Nationalität oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe verfolgt werden. Beschossen und bombardiert zu werden, genügt nicht. Statt echter Hilfe erleben die Betroffenen daher in Deutschland auch nur eine Menschlichkeit auf Zeit. Ist der Krieg in ihrer Heimat nicht mehr ganz so schlimm, müssen sie zurück. Egal, wie zerstört, zerrissen und gefährlich ihr Land auch ist.

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Reaktionen

4 Reaktionen zu "Schutz, subsidiärer"

  1. Hannes Naumann sagt:

    Ja, was wäre denn die Konsequenz, wenn man den Schutz nicht begrenzen würde?
    Dann gelte die Regel: „Deutschland nimmt jeden Menschen für unbegrenzte Zeit auf, der in seiner Heimat bombardiert oder beschossen wird.“
    1. würde das das Beschießen und Bombardieren attraktiv machen.
    2. hätten wir in Deutschland dann bald 4 bis 5 Milliarden Einwohner.

    Die Folge wäre nacktes Chaos.
    Ich verstehe nicht, wie man sowas auch noch herbeiwünschen kann.

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  3. Kai Biermann sagt:

    @Hannes Neumann. Sie behaupten wirklich, dass wenn Deutschland ein Asylrecht besäße, dass Kriegsopfern Schutz böte, überall in der Welt Kriege angezettelt würden, um die Menschen dort nach Deutschland zu treiben? Das kann doch kaum Ihr Ernst sein.
    Beste Grüße

  4. Hannes Naumann sagt:

    Sie dürfen ruhig die Rhetorik hinter meinen Worten verstehen, Herr Biermann.
    Wenn irgendwo auf der Welt eine Schießerei stattfindet, sollten also, wenn es nach Ihnen ginge, die Beteiligten und die näher Umstehenden das Recht besitzen, ohne weiteres eine neue Heimat in Deutschland zu erhalten? Wieviele Schießereien gibt es denn täglich auf der Welt?
    Das Zusammenleben der Menschen braucht Regeln, sonst entsteht blutiges Chaos. Konnte ich das verständlich vermitteln?

    Beste Grüße