Kryptographie, leichtgewichtige

Kreative Wortumwidmung aus der Kategorie der abstrakten Gefahren. Nach Wunsch sicherheitsextremistischer Zeitgenossen soll eine leichtgewichtige K. so gestaltet sein, dass eine wirksame Verschlüsselung verhindert oder umgangen werden kann. Somit wäre die leichtgewichtige K. lediglich die Illusion von Verschlüsselung und Sicherheit. Unterstellt, dass Nutzer, die Inhalte kryptographisch sichern, dies nur selektiv tun wollen und dass sie in dem Gefühl leben, gegenüber staatlichen Stellen nichts zu verbergen zu haben. Behauptet außerdem, dass eine solche Schein-Verschlüsselung für den Alltagsgebrauch hinreichend sicher genug ist. Die Gefahr, dass auch Kriminelle die Hintertür finden und nutzen, die nur für die staatlichen Stellen gedacht war, wird dabei bewusst unterschlagen. Behauptet zugleich, dass staatliche Stellen nur verschlüsselte Dokumente und Gespräche von eindeutig gefährlichen Menschen entschlüsseln und nicht zufällig auch die von Unschuldigen.

In der wissenschaftlichen Betrachtung bezieht sich die leichtgewichtige K. ursprünglich auf maschinelle Interaktion (im so genannten Internet of Things), in der die Ressourcen für normale Kryptographie fehlen und mit einfachen kryptographischen Verfahren lediglich die Identität der (nicht-menschlichen) Kommunikationspartner festgestellt werden soll. Durch den Bezug auf die Verschlüsselung menschlicher Kommunikation wird das Adjektiv zu einem Euphemismus für „umgehbar“ oder „unsicher“.

Verwandt mit dem aus dem Englischen übertragenen Begriff der verantwortungsvollen Kryptographie.

Schlagworte:
Abgelegt in: Politik, allgemein

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